17 Jun

Wenn Politiker Nachhilfe brauchen…

Dass ein Politiker nicht überall Experte sein kann ist selbstverständlich. Umso lobenswerter ist es, dass der deutsche Bundestag Matthias Spielkamp, Betreiber des Blogs immateriblog.de, um Nachhilfe in Sachen “Onlinejournalismus” bittet. Matthias Spielkamp hat einen sehr umfangreichen Fragenkatalog erhalten. Die Antworten hat er, obwohl es keine öffentliche Ausschusssitzung ist, auf seinem Blog veröffentlicht.

Hier die Antwort auf eine Frage:

2. Wie wird sich der Online-Journalismus – auch hinsichtlich seiner Nutzung – entwickeln?

Auch darauf gibt es (mindestens) zwei Antworten. Zum einen werden mittelfristig alle Inhalte über „das Internet“ übertragen werden, d.h. per TCP/IP und Packet-Switching-Technologie – Audio, Video, Text, Fotos etc. Der Übertragungsweg (und der ist mit ‚online’ in den meisten Fällen gemeint) taugt daher nur schlecht als Abgrenzungs- und Definitionskriterium.

Was die journalistische Aufbereitung von Inhalten angeht, wird der Online-Journalismus langfristig die Führung gegenüber den Print-Publikationen übernehmen, d.h. dass eine online-gerechte Aufbereitung (z.B. nach den Kriterien von Hooffacker, s. S. 7) bei Publikumsmedien selbstverständlich sein wird und eine Print-gerechte Aufbereitung der Sonderfall. Radio und Fernsehen sind davon mittelbar betroffen, weil eine medien-übergreifende Verzahnung von Inhalten sehr schwer vorzunehmen ist. Zwar kann man in einen Online-Beitrag eine Audio-Datei einbauen (etwa einen Ausschnitt aus einem Interview), deren Inhalte jedoch in den meisten Fällen nicht als Verständnisbedingung für den Beitrag gelten dürfen. Denn dann wäre es zwingend, diesen Inhalt zur Kenntnis zu nehmen, um den Beitrag zu verstehen, was dem nicht-linearen Aufbau des Mediums zwar nicht vollständig widerspricht, den Beitrag jedoch sehr nutzungsfeindlich machen würde. Ich spreche hier von aktuellen Beiträgen, wie Nachrichten und Berichten; es gibt Beispiele für Multimedia-Beiträge, die so aufgebaut sind und dann eben voraussetzen, dass die Nutzer bereit sind, diese Multimedialität auch zu nutzen. Ähnliches gilt für Fernsehbeiträge.

Ohne Zweifel wurden alle 22 Fragen (zu finden im oben gesetzten link) einwandfrei uns absolut logisch beantwortet. Sie sind auch ein guter Denkanstoß für viele Entscheidungsträger, nicht nur im Bundestag.

Da für mich das Internet aber vor allem mit dem Vernetzen von Informationen zu tun hat möchte ich die Verständlichkeit der Antworten im Zusammenhang mit folgenden ARD-Beitrag zur Diskussion stellen.

Ich glaube ja, dass man die Antworten doch vielleicht ein bisschen einfacher formulieren sollte. ;-)

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