75 Jahre Radiorevolution, 75 Jahre Propagandainstrument
Gestern hat er einen runden Geburtstag gefeiert. Der Volkempfänger wurde am 18 August 1933 der Öffentlichkeit vorgestellt. Das perfekte Propagandainstrument von Joseph Goebbels hat einem gesamten Medium seinen Durchbruch verschafft. 1943 gab es immerhin schon 16 Millionen Rundfunk-Gebührenzahler in Deutschland.

Technisch war der Volksempfänger nicht berauschend. Der Ton war es umsomehr, denn das Rauschen der damaligen Radios wurde legendär. Ein hifi verwöhntes Ohr aus unserer Zeit könnte gar behaupten man könne den Inhalt der Sendungen kaum noch verstehen.
Das einfache Radio war jedoch das perfekte Propagandainstrument. Joseph Goebbels betonte nach den Wahlen im Mai 1933: „Der Rundfunk muss der Regierung die fehlenden 48 Prozent zusammentrommeln, und haben wir sie dann, muss der Rundfunk die 100 Prozent halten, muss sie so innerlich durchtränken mit den geistigen Inhalten unserer Zeit, dass niemand mehr ausbrechen kann.“
Den Vertrieb der ersten Geräte beschreibt der Kölner Stadtanzeiger wie eine betrügerische Kaffeefahrt im heutigen Sinn: “Die ersten 100.000 Geräte wurden tatsächlich alle auf der Berliner Funkausstellung verkauft. Vorausgegangen war eine Kampagne der Nationalsozialisten, die den Volksempfänger anpries und sogar Freifahrten zur Funkausstellung organisierte. Busse brachten ganze NSDAP-Ortsvereine gesammelt auf das Messegelände, und sogar der „Führer“ Adolf Hitler schenkte dem Volksempfänger bei seinem Rundgang besondere Beachtung.”
Trotz seines unrühmlichen Werdegangs hat der Volksempfänger Radiogeschichte Geschrieben. Allein deshalb ist dieser Jahrestag eine Erwähnung wert.































