Alle gegen Krone und Michael Frank
Eigentlich hätte die Veranstaltung “Macht. Journalismus. Demokratie. krank?” heißen sollen. Der oben genannte Titel scheint mir jedoch besser geeignet. Heute Abend trafen sich in einer, von der steirischen ÖVP, organisierten Podiumsdiskussion eine hochkarätige Journalistenrunde um über die Machtgefüge im österreichischen Journalismus zu reden.
Mit von der Partie waren: Christoph Biro (Steirerkrone), Michael Frank (Süddeutsche Zeitung), Peter Laikner und Eva Weissenberger (Kleine Zeitung).
Und schon bei der Auswahl der Gäste will ich einsteigen. Liebe Organisatoren, Zeitungen sind nicht die einzigen Medien. Zum Glück haben wir noch Radio, Fernsehen und Online. Die Vertreter dieser Branchen nicht aufs Podium zu hieven zeigt, dass man doch ein wenig engstirnig durch die Welt geht.
Die Diskussion wäre trotzdem recht spannend geworden wäre da nicht die typisch österreichische Diskussionskultur gewesen. Die ersten 45 Minuten gab es eine klassische Podiumsdiskussion bis auf ein paar unqualifizierte Zwischenrufe war alles in Ordnung. Was die Podiumsteilnehmer so gesagt haben hat Clemens schon hier berichtet, darauf will ich nicht näher eingehen.
Die “Fragerunde” hatte es aber in sich. Zuerst gab es politische Statements aus dem Publikum, keine Fragen. Dann ging man gegen den angeblichen Österreich-Hasser Michael Frank und die inzwischen SPÖ nahe Kronenzeitung.
Gut das hätte man sich eigentlich erwarten können. Eine Veranstaltung der ÖVP wird sich kaum gegen die Kleine Zeitung wenden. Diese wurde zwar auch kritisiert, eine Diskussion kam jedoch aus verständlichen Gründen nicht auf.
Den Höhepunkt meiner Enttäuschung stellten jedoch zwei Anregungen aus dem Publikum dar. (Angaben sind sinngemäß)
- Man solle doch von staatlicher Seite her regulieren, damit die Zeitungen nicht so einen Blödsinn schreiben. Verdeckt wurde das unter dem Mantel der Presseförderung und da durch die Wirtschaftskrise wohl bald auch die Medien in Finanznot geraten könnten.
- Man solle doch darauf achten, dass nicht immer nur negative Berichterstattung vorkommt. Positive Nachrichten solle man fördern.
Kurz. Es gab ernsthafte Vorschläge die Medien in ihrer Pressefreiheit zu beschneiden. Ich hätte nicht gedacht, dass es so etwas in Österreich noch gibt. Schlimm, mich erinnert das an einen Beitrag den ich vor ein paar Monaten geschrieben habe.































